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Entstehungsgeschichte des Vereins BENGI e. V.

Im Jahre 1991 begann die Geschichte des Vereins  mit der Kooperation zwischen dem Lernforschungsprojekt „Interkulturelle Frauenräume“  der Gesamthochschule Kassel und einer nicht organisierten Gruppe von türkischen Frauen im Kasseler Stadtteil Bettenhausen. Türkische Frauen verschiedenen Alters, aus unterschiedlichen sozialen und familiären Verhältnissen, mit sehr unterschiedlichem  Ausbildungsstand, und einige mit Erfahrungen in der Frauenarbeit, trafen sich in dieser Gruppe. Im Juni 1992 gründete die Gruppe den Verein BENGI e.V. “Bettenhausener Frauengruppe International“. Die Entstehungsgeschichte des Vereins stand in direktem Zusammenhang mit den mangelnden Möglichkeiten für die Frauen im Stadtteil Bettenhausen und sollte offen für Frauen aller Nationalitäten sein. Der Stadtteil Bettenhausen zählte zu den Stadtteilen dessen Anteil an Migranten am höchsten war,  wobei der Anteil mit türkischer Nationalität unter der nicht deutschen Wohnbevölkerung am höchsten war. Es gab keine spezifischen Einrichtungen und entsprechenden Angebote. Dass es die türkischen Frauen waren, die hier die Initiative ergriffen haben, erklärte sich durch die besondere Betroffenheit in Bezug auf soziale Versorgung und  Arbeitsmarktproblematik.

BENGI das Wort kommt aus dem Türkischen und bedeutet „UNENDLICH“

B - steht für Bildung , E - für Existenz, das N- für Netzwerk, G - für Gesundheit

Und letztlich das I für Interkulturell

BENGI ist ein interkultureller Ort, in dem Frauen aller Kulturen willkommen sind. Der Verein ist auch in seiner Mitgliederstruktur, in der Zusammensetzung seiner Fachkräfte und im Vorstand interkulturell.

Das Konzept „ BENGI HAUS „

Die 1993 bezogenen Räume im Stadtteil entwickelten sich schnell zur Begegnungsstätte, zu einem interkulturellen Frauenraum, in dem sich Frauen über ihre Lebens- und Arbeitssituation austauschen und informieren konnten.

Mit der Gründung des Vereins wurde von den Frauen eine Initiative gestartet, die den ersten Schritt zur Selbstorganisation beinhaltete. Den thematischen Schwerpunkt  der Arbeit bildete die ökonomische Unabhängigkeit von Frauen, um den ein vielfältiges Angebot der Integration und Qualifikation aufgebaut wurde.

Von 1994 bis 1998 war BENGI e.V. Trägerin eines Modellprojekts „gemeinschaftliche Existenzgründung von Frauen im Stadtteil“ 

Gefördert wurde durch HMFFG und EU

Das Projekt hatte drei Existenzgründungsvorhaben:

Das Näh- und Strickatelier „ARZU“

Der Partyservice „YUFKA“

Und einen Senioren-Service

Dieses Projekt wurde von Frau Dr. Claudia Schöning-Kalender von der Kasseler Hochschule wissenschaftlich begleitet.

 

BENGI war in den Jahren vom 1999 – bis 2018 natürlich Träger von mehreren Projekten:

Von 1999-2004            WIND’S  „Wege in die Selbständigkeit“

Das Projekt kooperierte über einen Leistungsvertrag mit dem Sozialamt der Stadt KASSEL. Es wurde 2004 durch das Gesetz „ Hartz 4“ beendet.

2001- 2004                   Das Projekt  „AORA“

Modulare Angebotsstruktur zur Orientierung und Integration von Migrantinnen in Arbeit, wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit gefördert.

 

Projekte, die zum Beispiel aktuell laufen sind:

„Gemeinsam Schaffen“  aus dem Bundesprogramm     „Menschen stärken Menschen“       ein Patenschaftsprojekt für Geflüchtete.

„Aktives Altern“     wird von Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert,   Zielgruppe hier ältere Migrantinnen.

„Müttertraining“     Stärkung der Erziehungskompetenzen von Müttern mit Migrationshintergrund,         wird gefördert durch die Stadt Kassel in Kooperation mit der Grundschule Lindenberg.

Und weitere Integrationskurse für Frauen werden angeboten.

Das Projekt   „Berufliche und gesellschaftliche Integration von Migrantinnen durch Stärkung des Selbsthilfepotentials“      wird aus dem Landesprogramm gefördert.

Hierbei möchte ich Ihnen noch mitteilen, dass die Integrationsarbeit von BENGI mit zahlreichen Auszeichnungen gewürdigt wurde.

Wir beschäftigen zurzeit 12 Frauen, die aus 9 verschiedenen Ländern kommen und arbeiten mit Frauen aus 28 Ländern.

Diese Frauen kommen sowohl aus den Anwerber-Staaten als auch aus Ländern der ehemaligen Ostblockstaaten, dem Balkan, afrikanischen Ländern, aus dem asiatischen Raum sowie aus Südamerika aber auch den Kriegsregionen des Nahen Ostens, wie Syrien, Irak, Afghanistan und Pakistan.

Bengi e.V reagiert auf gesellschaftliche Änderungen und bietet für aktuelle Herausforderungen neue Projekte. So engagiert sich der Verein seit 2015 verstärkt auch für Flüchtlinge.

In den 25 Jahren des Bestehens des Vereins wurde über 8 Mio. Euro für gemeinnützige Projekte eingeworben. Dies fördert nicht nur die Integration der Zugewanderten, sondern kommt auch wirtschaftlich der Stadt Kassel zugute.

Wir möchten uns bei den zahlreichen Unterstützern der Arbeit BENGI herzlich bedanken.